Der umfassendste deutschsprachige Leitfaden für Seller & Vendoren.
Wieder 4 Tage — voraussichtlich 23.–26. Juni 2026.
Von der Checkliste über Deals und PPC-Taktiken bis zur Erfolgskontrolle.
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→Datum: voraussichtlich 23.–26. Juni 2026 (4 Tage)
→FBA Deadline: 27. Mai / 5. Juni 2026
→Deal Deadline: 26. Mai (FBA-Sync) · Fenster bis 19. Juni
Abhakbar — dein Fortschritt wird im Browser gespeichert. Prime Day ist ein 30–45-Tage-Prozess, kein 4-Tage-Event.
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Welche Produkte für Deals auswählen?
Die falsche Produktwahl ist der teuerste Fehler. Prime Day belohnt Produkte, die bereits funktionieren — nicht solche, die du retten willst.
Grundprinzip
Deals sind kein Rettungsanker für schwache Produkte. Prime Day verstärkt was bereits funktioniert — sowohl positiv als auch negativ. Ein Produkt mit schlechten Reviews bekommt durch mehr Traffic mehr negative Reviews.
Die 70/30-Regel
70–80 % Budget
Bestseller (Topseller)
Deine umsatzstärksten Produkte. Diese haben bereits Velocity, Reviews und Conversion-Rate.
Margin: 20 % Rabatt muss noch profitabel sein (oder Break-even bei kalkuliertem Volumenzuwachs)
Lager: mind. 3–7× normale Monatsmenge vorrätig
Logik: Der Algorithmus bevorzugt konvertierende ASINs — Prime Day verstärkt diesen Effekt
Fokus: Umsatz maximieren + BSR verbessern
20–30 % Budget
Strategische Produkte
Zwei valide Ziele — aber bewusst wählen, nicht beides gleichzeitig:
Slowseller liquidieren: Lagerkosten sparen, Cash freisetzen. Auch bei niedrigerer Margin okay, wenn Lager dringend geleert werden muss.
Neue Produkte kickstarten: Min. 3,5 Sterne, 15+ Reviews, solides Listing. Prime Day ist eines der besten Launchfenster für neue ASINs mit guter Basis.
Fokus: strategisches Ziel bewusst definieren
Wann komplett auf Deals verzichten
Ausschlussliste — kein Deal, keine Ausnahme
Unter 3,5 Sterne: Amazon sperrt Deal-Einreichung ohnehin. Selbst wenn nicht: mehr Traffic auf schwaches Produkt = mehr schlechte Reviews.
Lagerbestand kritisch: Stockout während Prime Day ist das schlimmste Szenario — Deal-Gebühr bezahlt, Umsatz verloren, BSR abgestürzt. Wenn Bestand < 2× Normalmonat: kein Deal.
Vorteil: prominentes Carousel-Placement, Timer erzeugt Dringlichkeit, hohe Sichtbarkeit.
Coupon-Strategie
Günstigste Sichtbarkeitsoption
0,60 EUR pro Einlösung (kein Upfront)
Ab 5 % Rabatt möglich. Grünes Coupon-Badge auf der Suchergebnisseite ist extrem sichtbar.
Immer kombinieren: Coupon + Streichpreis = zwei visuelle Signale gleichzeitig
Für günstige Produkte (< 20 € VK) und als Ergänzung zu Lightning Deals — beide Maßnahmen schließen sich nicht aus.
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Preis- & Werbestrategie nach Produkttyp
Die Strategie für ein 10-€-Kabel und eine 650-€-Matratze ist fundamental anders. Drei Archetypen im direkten Vergleich — mit realistischen Prime Day Zahlen.
Neue Discount-Regelung 2026 — gilt für alle Produkte
Dein Deal-Preis muss: (1) ≤ niedrigster Preis der letzten 60 Tage sein UND (2) mind. 5 % unter dem 30-Tage-Durchschnittspreis liegen. Keine künstlichen Preiserhöhungen kurz vor Prime Day möglich — Amazon prüft die History. Streichpreis-Basis braucht mind. 4 Wochen stabilen Preis: jetzt sofort einfrieren.
// Low Involvement
USB-C Kabel 3er-Pack
9,99 €
7,99 €
Rabatt−20 % Coupon
Deal-TypCoupon + Streichpreis
Lightning Deal?Optional ab 20 € VK
PPC-FokusAuto + 2 Exact Match
TOS Modifier+50–80 %
Ziel-ACoS≤ 18 %
Marge nach Rabatt~35 % netto
Impulskauf — schnelle Entscheidung. Coupon + Streichpreis ist die günstigste und effektivste Kombination. SD Retargeting hier weniger kritisch, da Kaufentscheidung sofort getroffen wird.
// Mid Involvement
Espresso-Kaffeemaschine
119,99 €
94,99 €
Rabatt−21 % (Deal + Coupon)
Deal-TypLightning Deal
Gebühr16 € + ~113 € (1,5 %)
PPC-FokusSingle-KW + SBV
TOS Modifier+80–120 %
Ziel-ACoS≤ 22 %
Marge nach Rabatt~28 % netto
Kunden vergleichen kurz, kaufen aber impulsiv bei gutem Preis. Lightning Deal lohnt sich klar: ~129 € Gesamtgebühr bei 7.500 € Umsatz. SD Retargeting für Zögerer aktivieren.
// High Involvement
Premium-Kaltschaum-Matratze
649,00 €
499,00 €
Rabatt−23 % Best Deal
Deal-TypBest Deal (mehrtägig)
Gebühr16 € + variabel 1,5 %
PPC-FokusExact + SD Views + Conquesting
TOS Modifier+100–150 %
Ziel-ACoS≤ 15 %
Marge nach Rabatt~32 % netto
Kunden recherchieren Tage bis Wochen. Best Deal (mehrtägig) besser als Lightning Deal. SD Views-Retargeting ist hier entscheidend — Kunden kommen oft erst am 2.–3. Tag zurück.
Wichtig zur Profit-Kalkulation 2026: Amazon hat seit April 2026 einen 3,5 % Kraftstoff- und Logistikzuschlag auf FBA-Fulfillment-Gebühren eingeführt (~0,17 € pro Unit). Dieser Betrag muss in eure Marge-Kalkulation eingerechnet werden — insbesondere bei günstigeren Produkten mit ohnehin dünner Margin.
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Analytics & Reports vor Prime Day
Wer mit Datenbasis in den Prime Day geht, überbietet nicht blind — er kennt seine besten Keywords, Conversion-Schwächen und Angriffspunkte. Diese 5 Reports sind Pflicht.
Report 01
Search Query Performance (SQP)
Seller Central → Brand Analytics → Search Query Performance
Zeitraum: letzte 12 Wochen. Was suchen deine Kunden wirklich, und wo verlierst du gegen Wettbewerber?
Was du suchst: Queries mit hohem Click Share aber niedrigem Purchase Share = Conversion-Problem trotz Sichtbarkeit. Queries wo Wettbewerber deutlich höheren Purchase Share haben = Angriffspunkte für PPC-Investitionen.
→ Top 10 unter-performende Keywords in Single-KW Kampagnen überführen (→ Modul 05)
Report 02
Business Report — CVR Baseline
Seller Central → Berichte → Unternehmensberichte → Nach ASIN
Prüfe deine Unit Session Percentage (CVR) der letzten 8 Wochen. Das ist dein Benchmark. Produkte mit CVR unter 8–10 % brauchen Listing-Arbeit BEVOR Prime Day Traffic kommt — mehr Traffic auf schwaches Listing = teurere Klicks ohne proportionale Conversions.
→ CVR dokumentieren als Vergleichswert für Prime Day Performance
Report 03
Search Term Report (Advertising)
Advertising Console → Berichte → Search Term Report
Zeitraum: letzte 30 Tage. Sortiere nach Orders (absteigend). Top-Converter: in Exact Match überführen. Keywords mit ≥ 15 Klicks, 0 Orders: als Negative Exact in alle relevanten Kampagnen. Prime Day CPC steigt 30–70 % — jeder verschwendete Klick tut mehr weh als normal.
→ Negatives bereinigen, Top-Keywords isolieren
Report 04
Placement Report
Advertising Console → Kampagnen → Placement (Tab)
Vergleiche CVR und CPC zwischen Top of Search und Rest of Search. Wenn TOS deutlich besser konvertiert (CVR > 1,5× andere Placements): erhöhe den TOS Placement Modifier in deinen Top-Kampagnen auf 50–100 %. Das ist die datengestützte Grundlage für den TOS Modifier (→ Modul 05).
→ TOS Modifier-Wert aus deinen echten Daten ableiten
Report 05
Market Basket Report
Brand Analytics → Market Basket Analysis
Welche Produkte werden zusammen mit deinem ASIN gekauft? Diese Produkte sind perfekte Ziele für Product Targeting Kampagnen. Wer bereits verwandte Produkte kauft, ist für dein Angebot vorgewärmt. Außerdem: Wettbewerber-ASINs identifizieren die im Basket auftauchen — diese als Conquesting-Targets nutzen.
→ Komplementär-ASINs in Product Targeting Kampagnen überführen
Seit Ende 2025 verfügbar: Vergleiche deine KPIs (CTR, CVR, ACoS) mit dem Kategorie-Durchschnitt. Wo liegst du unter dem Benchmark? Das zeigt dir, wo der höchste Optimierungshebel vor Prime Day liegt — ohne Reverse Engineering der Wettbewerber.
→ Kategorie-Benchmarks als Optimierungsziel setzen
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Advanced PPC-Strategie
Standard-PPC reicht nicht für Prime Day. Hier die Taktiken, die strukturiert vorbereitete Seller von reaktiven unterscheiden.
Belastbare Zahl: Seller die Sponsored Products, Sponsored Brands Video und Sponsored Display kombiniert einsetzen, erzielen im Schnitt 139 % mehr Umsatz als Seller mit nur einem Ad-Format. Prime Day ist der Zeitpunkt, diesen Stack vollständig zu nutzen.
Single-Keyword Kampagnen mit Top-of-Search Modifier
Warum Single-KW und nicht Multi-KW?
Bei Multi-Keyword-Kampagnen verteilt Amazon das Budget auf alle Keywords — du verlierst Kontrolle darüber, welcher Search Term Budget bekommt. Eine Kampagne = ein Keyword = eine Ad Group gibt dir präzise Budget- und Placement-Steuerung pro Keyword.
Kampagne erstellen und benennen
Sponsored Products → Manuelle Ausrichtung → Keyword Targeting → Exact Match. Benennungsschema: SP_ExM_[Keyword]_PrimeDay26 — so bleiben alle Prime Day Kampagnen nach dem Event leicht identifizierbar und löschbar.
Budget und Bid setzen
Tagesbudget: 30–80 € je Kampagne (je nach Kategorie und Produkt-Preis). Startbid: leicht über dem vorgeschlagenen Bid. Kein erhöhter Bid vor dem Bulk File Backup — erst nach dem Snapshot anpassen.
TOS Placement Modifier aktivieren
Tab "Placements" → "Top of Search" Modifier auf +80–150 %. Das bedeutet: Normaler Bid × 1,8–2,5 nur für Top-of-Search. Diese Position hat während Prime Day 2–4× höhere CVR als andere Placements — aber nur wenn dein Placement Report (Modul 04) das bestätigt. Nicht blind erhöhen.
Budget Rules einrichten
Advertising Console → Budget Rules: automatische Erhöhung auf 300 % am 23. und 24. Juni 2026 (genaues Datum eintragen). Sicherheitsnetz für den Fall, dass du nachts nicht eingreifen kannst.
Sponsored Display — Views Retargeting
SD Views: Besucher zurückholen
Zielgruppe: "Eigene ASIN angesehen, nicht gekauft" — 30-Tage-Fenster. Diese Kampagne sammelt alle Personen die dein Produkt angesehen aber nicht gekauft haben.
Kritisch: Starte diese Kampagne jetzt sofort (2–3 Wochen vor Prime Day), um eine Audience von mindestens 5.000 Personen aufzubauen. Während Prime Day Budget um 50–100 % erhöhen — diese Audience ist warm und konvertiert deutlich besser als Cold Traffic.
Für High Involvement Produkte (→ Modul 03): SD Retargeting auch 7–14 Tage nach Prime Day erhöht lassen. Post-Deal-Conversions sind eine der unterschätztesten Umsatzquellen nach dem Event.
Sponsored Brands Video (SBV)
Warum SBV?
Mobile Top of Search
SBV erscheint ausschließlich auf Mobile — dem wichtigsten Prime Day Kanal (53 % Kaufanteil). Nur ein Video-Ad pro Suchergebnisseite möglich: extrem seltene Platzierung. CPCs 30–50 % niedriger als SP auf gleicher Position.
Setup
Video vorbereiten
Vorab-Genehmigung: 2–5 Tage einplanen. Video: max. 30 Sek., Produkt in Verwendung, Key Benefits, Untertitel Pflicht (kein Ton beim Scrollen). Keyword-Targeting: gleiche Top-Keywords wie Single-KW SP Kampagnen. Budget separat: 20–40 €/Tag.
Historische Daten — warum 4–6 Wochen Vorlauf entscheidend sind
Der Algorithmus braucht Daten zum Skalieren
Amazons Werbealgorithmus bewertet jedes Keyword mit einer internen Quality Score auf Basis historischer CTR und CVR. Je mehr Conversion-History ein Keyword hat, desto besser kann Amazon vorhersagen, wann und wo deine Anzeige gewinnbringend ausgeliefert wird. Das führt zu zwei messbaren Effekten:
Niedrigerer effektiver CPC für gleiche Position — Qualitäts-Score schlägt reinen Bid-Wettbewerb
Schnelleres Budget-Scaling während Prime Day — Amazon kann Kampagnen mit Datenhistory deutlich aggressiver skalieren als neue Kampagnen
Praktische Konsequenz: Auto-Kampagnen 4–6 Wochen vor Prime Day intensivieren, Top-Converter in Exact-Match überführen, diese Exact-Match-Kampagnen dann einige Wochen laufen lassen bevor Prime Day beginnt. Neue Kampagnen die am Event-Tag starten haben keinen dieser Vorteile.
Bid-Strategie: Down Only vs. Dynamic
Profitabilität als Ziel
Dynamisch — nur senken
Amazon reduziert Bids automatisch wenn die Conversion-Wahrscheinlichkeit niedrig ist — erhöht sie aber nie über deinen eingestellten Bid. Empfehlung für alle Seller die Margin schützen wollen. Verhindert, dass Amazon in schwachen Stunden (früh morgens, Nacht) unrentable Klicks bucht.
Einstellen: Kampagne → Bidding → "Nur senken"
Marktanteil als Ziel
Oben in Suchergebnissen
Amazon optimiert Auslieferung aktiv auf Top-of-Search-Platzierungen und kann Bids nach oben anpassen. Nur für Seller mit klarem Volumen-/Ranking-Fokus und ausreichend Budget. Kann CPCs stark erhöhen — ohne Deckel. Nur in Kombination mit striktem Budget-Cap nutzen.
Einstellen: Kampagne → Bidding → "Oben in Suchergebnissen"
Competitor Conquesting & Portfolio-Budgets
Product Targeting auf Wettbewerber ohne Deals
Erstelle eine SP-Kampagne mit Product Targeting auf direkte Wettbewerber-ASINs (aus Market Basket Report oder manuell recherchiert). Strategie: Wettbewerber die keinen Deal schalten haben keinen Preisvorteil — deren organischer Traffic ist in dieser Phase günstiger zu gewinnen als sonst.
Portfolio-Budgets als Sicherheitsnetz: Fasse alle Prime Day Kampagnen in einem Portfolio zusammen (Advertising Console → Portfolios → Neu erstellen) und setze ein tägliches Portfolio-Budget-Cap. Das verhindert, dass eine einzelne unkontrolliert laufende Kampagne das gesamte Tagesbudget leert — besonders nachts wenn kein manuelles Monitoring möglich ist. Portfolios erlauben auch eine saubere Post-Event-Auswertung des Gesamt-Ad-Spends über alle Prime Day Kampagnen hinweg.
Automation deaktivieren: Scale Insight, Perpetua, Pacvue & Co. müssen 1–2 Tage vor bis 5–7 Tage nach Prime Day deaktiviert sein. Prime Day Daten sind Ausreißer — jede Automation die darauf lernt, kalibriert sich dauerhaft falsch.
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Während Prime Day
Kein Selbstläufer. Stündliches Monitoring ist Pflicht — aber mit klarem Framework, nicht mit Panik-Reaktionen.
Ampel-System: Wann eingreifen?
Grün — laufen lassen
ACoS unter Ziel-ACoS
Conversions stabil oder steigend
Budget noch verfügbar
Deals aktiv und sichtbar
Amber — beobachten
ACoS 10–20 % über Ziel
CVR leicht gefallen (morgens normal)
Budget bei 70–80 % ausgeschöpft
CPC steigt stark an
Rot — sofort eingreifen
ACoS > 2× Ziel-ACoS
Budget ausgeschöpft, kein Traffic
0 Orders über 2+ Stunden
Deal oder Lager nicht verfügbar
Typisches Tagesmuster — nicht in Panik geraten
So sieht ein normaler Prime Day Tag aus
6–10 Uhr: Oft schwächer — CTR gut, CVR noch niedrig. Kunden scrollen, kaufen aber noch nicht aggressiv. 10–14 Uhr: Erster Peak. Deals werden aktiv genutzt, Warenkörbe geleert. 14–17 Uhr: Ruhigere Phase, Retouren-Recherche. 17–21 Uhr: Zweiter stärkerer Peak — typischerweise der umsatzstärkste Block. 21 Uhr+: Stark abfallend. Bids in dieser Phase zu erhöhen ist Ressourcenverschwendung.
Die ersten Tage des Events sind oft schwächer als die letzten — besonders bei 4-tägigem Format. Nicht nach Tag 1 in Panik geraten.
Was du auf keinen Fall tun solltest
Verbotsliste während Prime Day
Keine neuen Kampagnen starten — brauchen Lernphase, lernen Prime Day als "normal". Keine Automation-Tools aktivieren — verzerrte Datenbasis führt zu dauerhaft falschen Bids. Keine Ranking-Push-Kampagnen — der "Prime Day Ranking Boost"-Mythos ist widerlegt. Keine wahllose Bid-Erhöhung weil ein Wettbewerber Top-Position hat — CPCs können bis 40 € auf Premium-Platzierungen steigen. Nicht mit Drittanbieter-Tools monitoren — 12–48h Datenverzögerung. Nur direkt über advertising.amazon.de.
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Nach Prime Day — Reset & Harvest
Was nach dem Event passiert ist genauso wichtig wie das Event selbst. Hier das vollständige Protokoll für die erste und zweite Woche danach.
Erwartungsmanagement: Sales brechen für 7–14 Tage ein. Das ist normal, erwartet und unvermeidlich. Kunden haben "satt" gekauft. Nicht gegensteuern — kein Budget erhöhen, keine Panik-Bids. Einfach warten.
Sofort (Tag 1–2)
Bulk File zurückspielen — Priorität 1
Gesichertes Bulk File sofort zurückimportieren. Alle erhöhten Bids und Budgets auf Pre-Prime-Day-Level zurücksetzen. CPC ist jetzt drastisch gesunken — erhöhte Bids überbezahlen massiv.
Erste 48h aus Optimierung ausschließen
Post-Kaufreue, Retouren, verzögerte Attributionen und Rückgaben verfälschen die ersten 48h Daten vollständig. Keine Optimierungsentscheidungen in dieser Phase.
Automation & Day-Parting erst nach 5–7 Tagen reaktivieren
Nicht früher. Erst wenn die Datenlage wieder repräsentativ ist. Sonst lernen Automation-Tools die Post-Prime-Day-Delle als "normal".
Tag 3–14: Harvest & Wachstum
Keywords harvesten
Die wertvollste Erkenntnis
Search Term Report für den Prime Day Zeitraum exportieren. Sortiere nach Orders. Welche Keywords haben überproportional gut konvertiert? Diese kommen dauerhaft in deine Evergreen Exact-Match-Kampagnen. Das ist oft die wertvollste Einzelmaßnahme nach dem Event.
Post-Event Retargeting
7–14 Tage erhöhte CVR nutzen
Prime Day Besucher die nicht gekauft haben: Post-Deal-Retargeting via SD für 7–14 Tage. Conversion-Wahrscheinlichkeit ist noch 2–3× höher als normal. SD Kampagne für 2 Wochen erhöht lassen — günstigste Form der Umsatz-Verlängerung nach dem Event.
Review Velocity nutzen
Nach dem Käufer-Schub: Request-a-Review für alle Prime Day Bestellungen stellen (automatisch via Seller Central oder Tool). Viele neue Käufer = Chance auf Review-Schub in kurzer Zeit. Für Produkte die sich in der Nähe einer kritischen Review-Schwelle befinden (z.B. kurz vor 50, 100, 500 Reviews) kann dieser Schub den BSR dauerhaft verbessern.
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Erfolgskontrolle & KPIs
ACoS allein reicht nicht. Wer Prime Day nur über ACoS bewertet, trifft falsche Entscheidungen. Die richtige KPI-Architektur kombiniert drei Ebenen.
Primär-KPI
TACoS
Total Advertising Cost of Sale = Werbekosten ÷ Gesamtumsatz (organisch + paid) × 100.
Prime Day bringt massiven organischen Uplift. Wenn TACoS trotz mehr Spend stabil bleibt oder sinkt: alles richtig. Ziel: TACoS ≤ normalem Baseline-TACoS.
Berechne diesen Wert VOR Prime Day als Break-even-Analyse. Verwende Sellerboard oder Helium 10 Profits für exakte Kalkulation pro ASIN.
Kein "gefühlter" Erfolg — nur echte Zahlen
Brand-KPI
New-to-Brand (NTB)
Brand Analytics zeigt deinen NTB-Anteil. Normal: 30–40 % NTB. Prime Day Ziel: 50–60 %+ NTB.
Hohe NTB-Rate rechtfertigt auch niedrigere Einzelmarge — du baust eine Kundenbasis auf die Repeat-Käufe generiert.
Langfristigste Kennzahl des Events
Realitäts-Check — der wichtigste Hinweis
Der Gesamtumsatz im Prime Day Monat ist oft nicht höher als andere Monate. Prime Day Uplift + Sales-Einbruch vor/nach dem Event gleichen sich weitgehend aus. Was zählt: Profitabilität, NTB-Rate und nachhaltige Keyword-Erkenntnisse — nicht der kurzfristige Umsatz-Peak. Wer das versteht, trifft die richtigen Entscheidungen vor und nach dem Event.
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Prime Day Mythen — entlarvt
Was viele Seller jedes Jahr falsch verstehen.
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Die 9 teuersten Fehler
Fehler die jedes Jahr wiederholt werden — und wie du sie vermeidest.
Dein Prime Day — professionell umgesetzt
Du willst den Prime Day 2026 nicht dem Zufall überlassen? Als Amazon Growth Consultant mit Erfahrung seit 2017 begleite ich Seller und Vendoren von der Strategie bis zur konkreten Umsetzung.