Amazon hat 2025 und Anfang 2026 eine ganze Reihe von Änderungen in der Advertising Console eingeführt — einige davon still und leise, andere mit großem Tamtam. Was davon ist wirklich relevant für dich als Brand? Und was bedeutet es konkret für deine tägliche Arbeit mit Sponsored Products, Brands und Display?

Hier ist meine Einordnung, basierend auf dem, was ich bei 50+ Marken in der Praxis sehe.

1. Kampagnentypen wachsen zusammen

Amazon verwischt die Grenzen zwischen Sponsored Products, Sponsored Brands und Sponsored Display zunehmend. Die neue „Sponsored Ads“-Oberfläche fasst Kampagnentypen stärker zusammen und bietet Cross-Format-Empfehlungen.

Was das für dich bedeutet: Deine Kampagnenstruktur muss flexibler werden. Wer noch in starren Silos denkt (SP hier, SB da, SD woanders), verschenkt Synergien. Ich empfehle eine thematische Struktur: nach Produktgruppen oder Zielen, nicht nach Kampagnentyp.

2. KI-gestützte Gebotsstrategien werden aggressiver

Amazons automatische Bidding-Algorithmen sind besser geworden — aber auch hungriger. „Dynamic bids – up and down“ hebt Gebote inzwischen stärker an als noch vor einem Jahr, besonders bei Top-of-Search Placements.

Was das für dich bedeutet: Kontrolliere deine Placement-Modifier genauer. Wer blind auf Dynamic Bids setzt, zahlt schnell 40–60% mehr für Top-of-Search. Meine Empfehlung: Starte mit „Fixed bids“ oder „Down only“ und teste gezielt hoch.

3. Amazon Marketing Stream liefert Echtzeit-Daten

Stündliche Performance-Daten sind jetzt für alle Seller und Vendoren verfügbar, nicht nur über die API, sondern auch in der Console. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten für Dayparting und Budget-Steuerung.

Was das für dich bedeutet: Wenn du merkst, dass deine Conversions zwischen 22 und 6 Uhr einbrechen, kannst du Budgets gezielter verteilen. Nutze die Daten, um deine Tagesbudgets auf die profitabelsten Stunden zu konzentrieren.

4. Sponsored Brands: Video wird zum Standard

Sponsored Brands Video (SBV) hat inzwischen in vielen Kategorien eine höhere CTR als klassische SB-Kampagnen. Amazon pusht Video-Ads auch in der mobilen Suche deutlich prominenter.

Was das für dich bedeutet: Wenn du noch keine Video-Assets hast, wird es höchste Zeit. Kein Hollywood-Niveau nötig — aber ein sauberes 15-Sekunden-Produktvideo, das den USP zeigt, macht den Unterschied.

5. Attribution und Reporting werden besser — aber auch komplexer

Amazon Attribution ist aus der Beta raus und liefert jetzt solidere Daten für externe Traffic-Quellen. Gleichzeitig hat Amazon das Reporting in der Console umgebaut, mit neuen Metriken wie „New-to-Brand“ auf Kampagnenebene.

Was das für dich bedeutet: Richte Amazon Attribution ein, wenn du auch über Google, Meta oder TikTok Traffic auf deine Listings schickst. Und gewöhne dich an die neuen Report-Strukturen — die alten werden nach und nach abgeschaltet.

Mein Fazit

Amazon PPC wird nicht einfacher, aber die Tools werden mächtiger. Der Schlüssel liegt darin, die neuen Features gezielt einzusetzen statt blind zu adoptieren. Nicht jede Neuerung ist für jede Brand relevant. Entscheidend ist, dass du eine klare Strategie hast — und die neuen Werkzeuge in diese Strategie einordnen kannst.

Wenn du unsicher bist, welche dieser Änderungen für deine Brand am relevantesten sind: Lass uns kurz sprechen.

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Moritz Lüthke
Moritz Lüthke
Marketplace & Growth Consultant — Addigtive

Seit 2016 auf Amazon unterwegs. 50+ Marken betreut, von Startups bis Konzerne. Schreibt hier über das, was in der Praxis wirklich funktioniert.