„Brauchen wir Amazon?“ Diese Frage höre ich von D2C-Brands ständig. Die ehrliche Antwort: Wahrscheinlich ja. Aber nicht so, wie du denkst.
Warum Amazon für D2C-Brands Sinn macht
Amazon ist der größte Produktsuchmaschine Deutschlands. Über 50% aller Produktsuchen starten dort — nicht bei Google. Wenn jemand dein Produkt sucht und du nicht auf Amazon bist, findet er deinen Wettbewerber.
Das heißt nicht, dass du deinen Shopify-Shop aufgeben sollst. Es heißt, dass Amazon ein zusätzlicher Kanal ist, der Reichweite, Vertrauen und Umsatz bringt — wenn du ihn richtig angehst.
Seller vs. Vendor: Was passt zu dir?
Als Seller (Seller Central) verkaufst du direkt an Endkunden über Amazons Plattform. Du kontrollierst Preise, Listings und Lagerbestand. Das ist für die meisten D2C-Brands der richtige Einstieg.
Als Vendor (Vendor Central) verkaufst du an Amazon, die dann an Endkunden weiterverkaufen. Mehr Volumen möglich, aber weniger Kontrolle über Preise und Margen. Vendor-Einladungen kommen in der Regel erst, wenn du als Seller erfolgreich bist.
Die 5 häufigsten Fehler beim Amazon-Einstieg
1. Alle Produkte auf einmal listen: Starte mit deinen 3-5 stärksten Produkten. Lerne die Plattform, bevor du dein ganzes Sortiment hochlädst.
2. Shop-Preise 1:1 übernehmen: Amazon hat eigene Preisdynamiken. Deine D2C-Marge funktioniert auf Amazon oft nicht, weil Gebühren und Werbekosten dazukommen. Kalkuliere Amazon separat.
3. Listings aus dem Webshop kopieren: Amazon-Kunden haben andere Erwartungen als Shop-Kunden. Deine Bullet Points müssen scanbar sein, deine Bilder müssen auf Mobile funktionieren, und deine Keywords müssen Amazon-spezifisch recherchiert sein.
4. Ohne Ads starten: Organische Sichtbarkeit auf Amazon musst du dir verdienen — und Ads sind der schnellste Weg dahin. Plane mindestens 15-20% deines erwarteten Umsatzes als Werbebudget für die ersten 3 Monate.
5. Keine Brand Registry: Ohne Brand Registry hast du keinen Zugang zu A+ Content, Brand Analytics, Sponsored Brands und Brand Store. Melde deine Marke an, bevor du startest.
Ein realistischer Fahrplan
Monat 1-2: Account Setup, Brand Registry, Listing-Erstellung für 3-5 Produkte, erste PPC-Kampagnen. Monat 3-4: Optimierung basierend auf ersten Daten, A+ Content, erweiterte Kampagnenstruktur. Monat 5-6: Sortimentserweiterung, Sponsored Brands, Skalierung der profitablen Kampagnen.
Erwarte keinen Break-Even in Monat 1. Amazon ist eine Investition in organisches Ranking und Markenpräsenz. Die meisten Brands erreichen Profitabilität nach 3-6 Monaten.
Fazit
Amazon ist kein Ersatz für deinen D2C-Kanal — es ist eine Erweiterung. Wer es strategisch angeht, kann beide Kanäle parallel profitabel betreiben. Wer es halbherzig macht, verbrennt Geld.
Planst du den Einstieg? Lass uns deinen Fahrplan besprechen.
Brauchst du Hilfe mit deinem Amazon-Kanal?
Lass uns in 15 Minuten auf dein Setup schauen und herausfinden, wo die größten Hebel liegen.
Kostenloses Erstgespräch buchen →