Black Friday ist am 27. November 2026. Bei Amazon beginnt das Geschäft aber deutlich früher. Im Seller Central ist die „Black Friday-Woche“ für Deals aktuell mit dem Zeitraum 19. bis 30. November 2026 hinterlegt. Offiziell gegenüber Kunden angekündigt hat Amazon den Zeitraum noch nicht. Das Muster passt aber zum Vorjahr: 2025 lief die Aktion vom 20. November bis 1. Dezember, also zwölf Tage.
Für deine Black Friday Amazon Ads heißt das: Wer am 19. November neue Kampagnen startet, ist zu spät. Kampagnen brauchen Vorlauf, um Daten zu sammeln, Suchbegriffe auszusteuern und Rankings aufzubauen. Rechnet man drei bis vier Wochen zurück, liegt der Start zwischen dem 22. und 29. Oktober.
Gleichzeitig wächst der Kuchen nicht mehr von allein. Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnete für Black Friday und Cyber Monday 2025 mit rund 5,8 Milliarden Euro Umsatz und damit mit dem ersten Rückgang seit Beginn der Erhebung 2016. Die Klickpreise steigen in vielen Kategorien während der Event-Tage trotzdem deutlich. Den Umsatz holen sich die Accounts, die vorbereitet sind.
In diesem Artikel bekommst du meinen Fahrplan aus der Praxis: Termine, Kampagnenstruktur, Suchvolumen-Check, Ranking-Tracking, Budget- und Gebotsplanung, das Zusammenspiel mit Deals, saisonale Listing-Hebel und die Phase nach dem Cyber Monday.
Inhaltsverzeichnis
- Amazon Black Friday 2026: Alle Termine im Überblick
- Warum Black Friday Kampagnen 3 bis 4 Wochen Vorlauf brauchen
- Suchvolumen prüfen: Welche Keywords in der Black Week ziehen
- Rankings tracken: Die Baseline vor dem Event
- Budget und Gebote: Schrittweise hochfahren statt Schalter umlegen
- Deals und Amazon Ads zusammendenken
- Listing-Hebel speziell für die Black Week
- Monitoring während der Black Friday Woche
- Nach dem Cyber Monday: Nicht hart abschalten
Amazon Black Friday 2026: Alle Termine im Überblick
Der Black Friday ist immer der Freitag nach Thanksgiving. Thanksgiving fällt 2026 auf den 26. November, Black Friday damit auf den 27. November, Cyber Monday auf den 30. November.
| Termin | Datum 2026 | Status |
|---|---|---|
| Prime Big Deal Days | 6. bis 7. Oktober | gelaufen, Daten jetzt auswerten |
| Start Amazon Black Friday Woche | Do., 19. November | im Seller Central für Deals hinterlegt, offizielle Ankündigung steht aus |
| Thanksgiving (USA) | Do., 26. November | Beginn der Peak-Tage |
| Black Friday | Fr., 27. November | fix |
| Black Weekend | Sa. und So., 28. bis 29. November | Peak |
| Cyber Monday | Mo., 30. November | voraussichtlich Ende der Black Friday Woche |

Black Week, Cyber Week, Black Friday Woche: Was ist was?
Die Begriffe werden wild gemischt. Für die Planung reicht diese Einordnung:
- Black Week: die Aktionswoche vor und rund um den Black Friday.
- Cyber Week: meist der Zeitraum von Black Friday bis Cyber Monday, teils auch die Tage danach.
- Amazon Black Friday Woche: Amazons offizieller Aktionszeitraum. Er umfasst in der Praxis beides und läuft bis einschließlich Cyber Monday.
Ich plane für 2026 mit dem Zeitraum 19. bis 30. November. Kommuniziert Amazon später andere Daten, verschieben sich die Phasen in diesem Artikel um ein paar Tage. Die Logik bleibt gleich.
Warum Black Friday Kampagnen 3 bis 4 Wochen Vorlauf brauchen
Was ich in Kundenaccounts immer wieder sehe: Neue Kampagnen gehen am Montag der Black Week live, es gibt keinen Suchbegriff-Report, keine Negativ-Keywords und das Budget ist am Black Friday um 13 Uhr weg. Das Ergebnis sind teure Klicks auf irrelevante Suchbegriffe und verpasste Abendstunden.
Drei bis vier Wochen Vorlauf lösen vier Probleme.
Neue Kampagnen starten ohne Historie
Eine frische Kampagne hat keine Performance-Daten. Auto- und Broad-Targetings müssen erst lernen, auf welchen Suchanfragen sie ausgespielt werden. Gebotsempfehlungen sind am Anfang wenig belastbar. Diese Lernphase willst du in Wochen mit normalen Klickpreisen durchlaufen, nicht an den teuersten Tagen des Jahres.
Suchbegriffe müssen vor dem Event ausgesteuert sein
Mit zwei bis drei Wochen Daten siehst du, welche Suchbegriffe konvertieren und welche nur Geld kosten. Gewinner wanderst du in Exact-Kampagnen, Verlierer negierst du. Während der Black Week fehlt dafür die Zeit und jeder Fehlklick kostet doppelt.
Organisches Ranking braucht Verkaufsgeschwindigkeit vorher
Amazon bewertet Verkaufsgeschwindigkeit über Tage und Wochen. Wer erst in der Black Week anfängt, ein Keyword zu pushen, steht am Black Friday noch nicht organisch auf Seite 1. Wer vorher pusht, bekommt in der Peak-Phase zusätzliche organische Klicks, für die er nicht bezahlt.
Retargeting-Zielgruppen müssen erst wachsen
Sponsored Display und Amazon DSP brauchen Zielgruppen, etwa Besucher deiner Produktseiten. Diese Pools füllen sich nur mit Traffic. Wer Ende Oktober mit Traffic-Aufbau beginnt, hat in der Black Week genug Besucher, die er gezielt zurückholen kann. Die Daten aus den Prime Big Deal Days Anfang Oktober sind dafür eine gute Grundlage.
Separate Event-Kampagnen ja, aber nicht als Ersatz
Ein häufiger Fehler: Gut laufende Evergreen-Kampagnen werden pausiert und in neue „Black Friday Kampagnen“ kopiert. Damit wirfst du Historie weg. Mein Ansatz für die Amazon PPC Kampagnenstruktur:
- Evergreen-Kampagnen laufen weiter und bekommen schrittweise mehr Budget.
- Event-Kampagnen kommen zusätzlich, mit klar abgegrenzten Aufgaben.
- Keine doppelten Targetings mit gleichem Match-Type in Evergreen und Event, sonst splittet sich die Datenbasis.
- Einheitliches Präfix im Namen, zum Beispiel „BF26_“, damit Reporting und Rückbau nach dem Event sauber laufen.
| Event-Kampagne | Aufgabe | Start |
|---|---|---|
| SP Exact, Deal-ASINs auf Top-Keywords | Sichtbarkeit für die Deal-Produkte auf den umsatzstärksten Suchbegriffen | 22. bis 29. Oktober |
| SP saisonale und Geschenk-Keywords | Nachfrage abholen, die erst im November steigt | 22. bis 29. Oktober |
| SP Produkt-Targeting auf Wettbewerber | Traffic von Konkurrenz-Listings ohne Deal abgreifen | Anfang November |
| Sponsored Brands (Video) mit Store-Seite | Deal-Sortiment bündeln, Neukunden gewinnen | Anfang November |
| Sponsored Display Remarketing | Besucher und Warenkorb-Abbrecher zurückholen | Ende Oktober, Budget ab Black Week hoch |

Suchvolumen prüfen: Welche Keywords in der Black Week ziehen
Nicht jedes Keyword reagiert gleich auf den Black Friday. Die Suchvolumen-Analyse beantwortet zwei Fragen: Wo steigt die Nachfrage am stärksten, und wann?
Diese Quellen nutze ich dafür:
- Brand Analytics, Top-Suchbegriffe: Vergleiche die Suchfrequenz deiner wichtigsten Keywords in den Vorjahreswochen um den Black Friday mit dem Oktober.
- Search Query Performance: Zeigt, wie viel Anteil an Impressions, Klicks und Käufen deine Marke bei den relevanten Suchanfragen hat.
- Product Opportunity Explorer: Liefert saisonale Suchvolumen-Verläufe für ganze Nischen.
- Helium 10 (Magnet, Cerebro) oder vergleichbare Tools: historische Suchvolumen und Wettbewerber-Keywords.
In vielen Amazon Accounts beobachte ich dasselbe Muster: Suchbegriffe mit „Black Friday“ im Wortlaut haben auf Amazon weniger Volumen, als viele erwarten. Der Großteil des Event-Traffics läuft über die normalen Category-Keywords, die in der Black Week deutlich anziehen. Geschenk-Keywords wie „Geschenk für Männer“ steigen ab Mitte November und laufen bis in den Dezember.
Am Ende der Analyse stehen drei Listen:
- Hero-Keywords: hohes Volumen, nachgewiesene Conversion. Hier fließt in der Black Week das meiste Budget hin.
- Saisonale Keywords: steigen nur im Event-Zeitraum. Eigene Kampagne, eigenes Budget.
- Defensive Keywords: deine Markenbegriffe. Wettbewerber bieten in der Black Week aggressiv darauf.
Rankings tracken: Die Baseline vor dem Event
Ranking-Tracking ist Pflicht, und zwar ab jetzt. Ohne Baseline kannst du nach dem Event nicht sagen, ob die Black Week deine Position verbessert hat oder nur Umsatz gekauft wurde.
So setze ich es auf:
- 10 bis 20 Hero-Keywords pro Kernprodukt.
- Organischer und gesponserter Rang, täglich.
- Wettbewerber-Rankings für dieselben Keywords.
- Start zwei bis drei Wochen vor dem Event, damit die Baseline stabil ist.
Aus der Baseline leitest du ab, wo du Budget einsetzt:
| Organischer Rang | Maßnahme in der Vorbereitung |
|---|---|
| 1 bis 3 | Position verteidigen, Top-of-Search halten, Markenbegriffe absichern |
| 4 bis 15 | Push-Kandidat: Gebote und Top-of-Search-Anteil vor dem Event erhöhen |
| 16 bis 50 | nur pushen, wenn die Conversion Rate klar über dem Schnitt liegt |
| über 50 | in der Black Week kein Ranking-Push starten, Budget auf stärkere Keywords |
Nach dem Event vergleichst du die Rankings mit der Baseline. Hält sich die verbesserte Position zwei bis drei Wochen nach dem Cyber Monday, hat sich der Push über den Event hinaus gelohnt.

Budget und Gebote: Schrittweise hochfahren statt Schalter umlegen
In der Black Week steigt der Traffic stark, die Klickpreise ebenfalls. In manchen Kategorien verdoppeln sich die CPCs an den Peak-Tagen. Wer Budgets erst am 27. November hochzieht, verliert die Tage davor und reagiert zu spät.
Diese Budget-Richtwerte nutze ich als Startpunkt. Die konkreten Werte hängen von Marge, Kategorie und Deal-Situation ab.
| Phase | Zeitraum | Budget vs. Normalniveau | Gebote |
|---|---|---|---|
| Aufbau | 22.10. bis 8.11. | Event-Kampagnen neu, Evergreen normal | normal, Fokus auf Datensammlung |
| Lead-in | 9.11. bis 18.11. | 1,2- bis 1,5-fach | unverändert |
| Black Week | 19.11. bis 25.11. | 1,5- bis 2-fach | nur gezielt, wo die Daten es hergeben |
| Peak | 26.11. bis 30.11. | 2- bis 3-fach | nur gezielt, wo die Daten es hergeben |
| Nachlauf | ab 1.12. | stufenweise zurück über 3 bis 5 Tage | Remarketing bleibt hoch |
Bei den Geboten gehe ich bewusst nicht pauschal mit. Eine Erhöhung über alle Kampagnen treibt vor allem die eigenen CPCs. Mit Deal steigt die Conversion Rate ohnehin, das gleiche Gebot bringt dann mehr Umsatz pro Klick. Zuerst sorge ich deshalb dafür, dass kein Budget ausläuft. Gebote fasse ich nur dort an, wo ein Hero-Keyword mit guter Conversion sichtbar an Impressionen oder Top-of-Search-Anteil verliert.
Drei Hebel machen den Unterschied:
- Budgetregeln in der Amazon Ads Konsole: Mit zeitplanbasierten Regeln oder den von Amazon vorgeschlagenen Events erhöhst du Budgets automatisch. Das ist ein Sicherheitsnetz, kein Ersatz für manuelle Kontrolle.
- Top-of-Search-Platzierung: Für Deal-ASINs kann ein höherer Platzierungsmodifikator sinnvoll sein, wenn sie oben in der Suche an Sichtbarkeit verlieren. Das Deal-Badge erhöht dort die Klickrate spürbar.
- Gebotsstrategie: Bewährte Kampagnen mit stabiler Conversion laufen gut mit dynamischen Geboten (erhöhen und senken). Neue Event-Kampagnen starte ich mit festen Geboten, bis genug Daten da sind.
Warum der ACoS am Black Friday steigen darf
Ein Rabatt senkt den Umsatz pro Bestellung. Bei gleichem CPC steigt der ACoS also, selbst wenn die Conversion Rate besser wird. Ein Rechenbeispiel:
| Normal | Black Week, CPC gleich | Black Week, CPC +60 % | |
|---|---|---|---|
| Preis | 40 € | 30 € | 30 € |
| CPC | 1,00 € | 1,00 € | 1,60 € |
| Conversion Rate | 12 % | 20 % | 20 % |
| Umsatz pro Klick | 4,80 € | 6,00 € | 6,00 € |
| ACoS | 20,8 % | 16,7 % | 26,7 % |
Der ACoS kann also steigen, obwohl die Kampagne mehr Bestellungen bringt. Deshalb bewerte ich die Black Week nicht über den ACoS allein, sondern über TACoS, Neukunden-Anteil (New-to-Brand) und die Ranking-Entwicklung danach. Wichtig ist, dass du vorher deine Break-even-Grenze kennst: Bis zu welchem ACoS ist ein Verkauf zum Deal-Preis inklusive Gebühren noch profitabel?

Deals und Amazon Ads zusammendenken
Werbung und Deals verstärken sich gegenseitig. Ohne Deal konkurrierst du in der Black Week gegen Listings mit rotem Badge und Streichpreis. Deine Conversion Rate fällt im Vergleich, der Klick wird teurer.
Deals rechtzeitig einreichen
Für die Black Friday Woche stehen im Seller Central je nach Account Blitzangebote, Top-Angebote, Prime-exklusive Rabatte und Coupons zur Verfügung. Die Einreichung läuft bereits. Für die europäischen Marktplätze wird als Frist der 18. November genannt. Darauf würde ich mich nicht verlassen: In gefragten Kategorien sind die Slots für Blitzangebote oft Wochen vorher vergeben. Prüfe die Frist für deine Kategorie direkt im Deals-Bereich.
Achte auf die Preisregeln: Der Deal-Preis muss unter dem niedrigsten Preis der letzten 30 Tage liegen. Jede Preisaktion im Oktober und Anfang November kann diese Grenze nach unten drücken. Plane Preisaktionen deshalb rückwärts vom Black-Week-Deal.
Coupons haben keine feste Einreichungsfrist und lassen sich auch während der Woche noch aufsetzen. Allein bringen sie meist weniger als ein Blitzangebot. Gut funktioniert die Kombination: ein starker Grundpreis und der Coupon obendrauf.
Prüfe außerdem dein Kontostatus-Dashboard. Die Deal-Berechtigung hängt am Account, nicht nur am Produkt. Liegt die Fehlerquote (ODR) kurz vor dem Event über 1 %, kann ein Deal genau im falschen Moment wegfallen.
Ohne Deal: Fokus statt Gießkanne
Wenn kein Deal möglich ist, etwa wegen zu geringer Marge, verschiebe das Budget:
- Markenbegriffe absichern, damit Wettbewerber mit Deals nicht deinen Brand-Traffic abgreifen.
- Longtail-Keywords mit hoher Relevanz statt teurer Generics.
- Remarketing auf Besucher, die deine Produkte bereits angesehen haben.
- Brand Tailored Promotions, sofern für deine Marke verfügbar: Rabatte nur für Warenkorb-Abbrecher, Wiederkäufer oder Markenfollower. Diese Promotions müssen mit Vorlauf geplant werden und laufen mindestens eine Woche.
Bestand ist die Grundlage für alles
Ein Produkt, das in der Black Week ausverkauft ist, verliert Umsatz und Ranking gleichzeitig. Aus meiner Erfahrung ist ein Out-of-Stock in der Peak-Phase der teuerste Fehler, den man machen kann. Er kostet oft mehr als jede falsch gesetzte Kampagne.
- Für das Prime-Badge während der Event-Tage wird für Deutschland eine FBA-Anlieferfrist um den 21. Oktober genannt. Wird es knapp, verschicke die umsatzstärksten ASINs zuerst und halte für die zwei, drei wichtigsten Produkte FBM als Backup bereit. Prüfe die für dein Konto gültigen Fristen in Seller Central.
- Kontrolliere deinen IPI-Wert. Ein niedriger Wert begrenzt, wie viel Ware Amazon annimmt.
- Drossle Werbung auf ASINs mit knappem Bestand frühzeitig, bevor sie ausverkauft sind.
- Kalkuliere die Peak-Season-Gebühr für FBA ein. Für Deutschland liegt sie vom 15. Oktober 2026 bis 14. Januar 2027 bei durchschnittlich 0,27 € pro Einheit für kleine und Standardgrößen. Dazu kommt ganzjährig ein Kraftstoff- und Logistikzuschlag von 1,5 % auf die Versandgebühren. Beides gehört in die Break-even-Rechnung deines Deal-Preises.
Listing-Hebel speziell für die Black Week
„Das Listing muss passen“ gilt das ganze Jahr. Darum geht es hier nicht. Es gibt ein paar Anpassungen, die nur vor einem Event Sinn ergeben und nach Weihnachten wieder zurückgedreht werden. In vielen Accounts bleiben genau diese Hebel ungenutzt.
Backend-Suchbegriffe saisonal tauschen
Ab Anfang November nehme ich Geschenk-Begriffe wie „Geschenk für Männer“, „Wichtelgeschenk“ oder „Weihnachtsgeschenk“ in die Backend-Suchbegriffe auf. Dafür fliegen Begriffe raus, die im Suchbegriffbericht seit Monaten nichts bringen. Nach Weihnachten wird zurückgetauscht.
„Black Friday“ selbst gehört nicht in Titel oder Bullets. Amazon erlaubt dort keine Werbebegriffe, und auf Amazon sucht ohnehin kaum jemand danach.
Attribute für Anlass und Zielgruppe pflegen
In vielen Kategorien gibt es Attribute für Anlass und Zielgruppe. Sie sind in den meisten Listings leer. Steht dort „Weihnachten“ oder „Geschenk“, greifen Filter und Amazons Shopping-Assistent Rufus besser auf das Produkt zu. Das kostet zehn Minuten pro ASIN.
Ein Nebenbild saisonal tauschen
Das Hauptbild bleibt unverändert. Eines der Nebenbilder, etwa Bild 2 oder das letzte Bild, zeigt für ein paar Wochen den Geschenk-Kontext: Verpackung, Anlass, für wen das Produkt passt. In der Black Week kaufen viele nicht für sich selbst, und genau diese Frage beantwortet ein normales Produktbild nicht.
A+-Vergleichstabelle auf die Deal-ASINs ausrichten
Das ist für mich der stärkste Hebel, weil er ohne Werbebudget funktioniert. In die Vergleichstabelle im A+ Content aller Produkte kommt die Deal-ASIN. So landet auch der Traffic auf Produkten ohne Deal im rabattierten Angebot.
Eigene Deals-Seite im Brand Store
Sponsored Brands und der Link in der Brand Story führen in der Black Week auf eine eigene Deals-Seite im Store statt auf die Startseite. Wer über eine Anzeige mit Deal-Botschaft kommt, soll direkt die Angebote sehen und nicht das komplette Sortiment.
Varianten prüfen
Ein Deal gilt oft nur für einzelne Varianten eines Produkts, zum Beispiel nur für die schwarze Version. Was ich in Kundenaccounts regelmäßig sehe: Die Ads laufen auf die blaue Variante. Der Kunde sieht dort keinen Rabatt und kein Deal-Badge, du zahlst also für Klicks ohne Angebot. Die rabattierte Variante läuft währenddessen ohne Werbung. Vor dem Start gleiche ich deshalb ab, welche Varianten im Deal sind und welche ASINs die Event-Kampagnen bewerben.
Was jetzt noch geht, aber knapp wird
Virtuelle Bundles: Mit dem Bundle-Tool für Marken in der Brand Registry lassen sich zwei oder mehr eigene Produkte zu einem Set kombinieren, ohne neue Ware einzulagern. Für die Black Week ist das ein schnelles Geschenkset, auf dessen Buy Box kein anderer Anbieter bietet. Prüfe, ob das Tool in deinem Account verfügbar ist, und plane ein, dass ein neues Listing erst Relevanz aufbauen muss.
Vine für Produkte mit wenigen Bewertungen: Ein Deal auf ein Produkt mit drei Bewertungen konvertiert schlechter als auf eins mit dreißig. Vine-Bewertungen brauchen ein paar Wochen, bis sie eintrudeln. Wer das für die Black Week nutzen will, muss jetzt einreichen.
Fristen für A+ und Store: A+-Inhalte und Store-Seiten werden vor der Veröffentlichung geprüft. Alles, was in der Black Week live sein soll, reiche ich bis spätestens Anfang November ein.

Monitoring während der Black Friday Woche
In der Black Week ändert sich die Lage innerhalb von Stunden. Einmal täglich reinschauen reicht nicht.
Meine Routine für die Peak-Tage:
- Budget-Pacing dreimal täglich prüfen: morgens, mittags, am frühen Abend. Budgets, die mittags leer sind, verpassen die umsatzstarken Abendstunden.
- Deal-Status kontrollieren: Läuft der Deal, ist das Badge sichtbar, ist der Deal-Bestand ausgeschöpft?
- Buy Box im Blick behalten, vor allem bei Produkten mit mehreren Anbietern.
- Bestand abgleichen und Werbung bei Engpässen reduzieren.
- Suchbegriffe mit Spend ohne Verkäufe über einer festen Klickschwelle negieren.
- Wettbewerber beobachten: Wer startet wann welchen Deal, wer verschwindet aus den Suchergebnissen?
In meiner Zeit als Agentur-Lead mit über 50 betreuten Marketplace-Accounts hat sich eine Regel bewährt: Entscheidungen über Budgets und Gebote werden vor dem Event festgelegt. Während der Black Week wird nachgesteuert, nicht neu geplant.

Nach dem Cyber Monday: Nicht hart abschalten
Am 1. Dezember drehen viele Accounts alle Budgets auf einen Schlag zurück. Damit verschenkst du die Nachfrage, die du gerade aufgebaut hast.
- Remarketing weiterlaufen lassen: Viele Besucher der Black Week kaufen erst im Weihnachtsgeschäft. Diese Zielgruppen sind jetzt am wertvollsten.
- Gebote stufenweise zurückführen, verteilt über drei bis fünf Tage. Beobachte dabei, wie sich Conversion Rate und CPC entwickeln.
- Geschenk-Keywords ausbauen, die bis zu den Weihnachts-Lieferfristen weiter anziehen.
- Event-Kampagnen auswerten: Rankings gegen Baseline, TACoS, New-to-Brand-Anteil, Deal-Performance pro ASIN.
- Learnings dokumentieren: Welche Keywords, Budgets und Deal-Typen haben funktioniert? Das ist die Grundlage für Prime Day 2027 und die nächste Black Week.
Zusammenfassung
- Die Amazon Black Friday Woche läuft 2026 voraussichtlich vom 19. bis 30. November, Black Friday ist am 27., Cyber Monday am 30. November.
- Event-Kampagnen sollten drei bis vier Wochen vorher starten, also zwischen 22. und 29. Oktober.
- Evergreen-Kampagnen laufen weiter, Event-Kampagnen kommen mit klarer Aufgabe dazu.
- Suchvolumen über Brand Analytics, SQP und Tools prüfen und in Hero-, saisonale und defensive Keywords aufteilen.
- Rankings für 10 bis 20 Hero-Keywords ab jetzt täglich tracken, um den Effekt messen zu können.
- Budgets in Phasen hochfahren, an den Peak-Tagen bis zum zwei- bis dreifachen Normalbudget. Gebote nur gezielt anpassen, nicht pauschal.
- ACoS steigt durch Rabatte oft, bewerte die Black Week über TACoS, Neukunden und Rankings.
- Listings saisonal anpassen: Geschenk-Begriffe im Backend, Anlass-Attribute, A+-Vergleichstabelle und Store-Deals-Seite lenken Traffic auf die Deal-ASINs. A+, Store, Bundles und Vine brauchen Vorlauf bis Anfang November.
- Nach dem Cyber Monday schrittweise zurückfahren und Remarketing ins Weihnachtsgeschäft verlängern.
FAQ
Wann ist Black Friday 2026 bei Amazon?
Black Friday ist am Freitag, 27. November 2026. Amazon fasst die Aktionen in einer Black Friday Woche zusammen. Im Seller Central ist dafür aktuell der Zeitraum 19. bis 30. November 2026 hinterlegt.
Wann startet die Amazon Black Friday Woche 2026?
Nach aktuellem Stand am Donnerstag, 19. November 2026. Eine offizielle Ankündigung an Kunden steht noch aus. 2025 lief die Aktion vom 20. November bis 1. Dezember.
Wann sollten Black Friday Kampagnen auf Amazon starten?
Drei bis vier Wochen vor Beginn der Black Friday Woche. Für 2026 heißt das zwischen 22. und 29. Oktober. So sammeln die Kampagnen Daten, Suchbegriffe lassen sich aussteuern und Rankings können vor dem Event wachsen.
Wie stark sollte ich das Werbebudget für den Black Friday erhöhen?
Als Richtwert: in der Black Week das 1,5- bis 2-fache, an den Peak-Tagen von Thanksgiving bis Cyber Monday das 2- bis 3-fache des Normalbudgets. Entscheidend ist, dass die Erhöhung schrittweise erfolgt und deine Break-even-Grenze berücksichtigt.
Sollte ich am Black Friday die Gebote erhöhen?
Nicht pauschal. Mit Deal steigt die Conversion Rate, das gleiche Gebot bringt dann mehr Umsatz pro Klick. Eine Erhöhung über alle Kampagnen treibt vor allem die CPCs. Sinnvoll ist sie gezielt bei Hero-Keywords mit guter Conversion, die an Sichtbarkeit verlieren.
Warum steigt der ACoS am Black Friday?
Rabatte senken den Umsatz pro Bestellung, gleichzeitig steigen die Klickpreise. Selbst bei besserer Conversion Rate kann der ACoS dadurch höher ausfallen. Aussagekräftiger sind in dieser Phase TACoS, Neukunden-Anteil und die Ranking-Entwicklung nach dem Event.
Lohnt sich Amazon Werbung am Black Friday ohne Deal?
Ja, aber mit anderem Fokus. Ohne Deal solltest du Markenbegriffe absichern, auf relevante Longtail-Keywords setzen und Remarketing nutzen. Breite Generic-Keywords gegen Listings mit Deal-Badge sind meist zu teuer.
Darf ich „Black Friday“ in den Amazon-Titel schreiben?
Nein. Amazon erlaubt in Titel und Bullet Points keine Werbebegriffe wie „Sale“ oder „Black Friday“. Sinnvoller sind saisonale Geschenk-Begriffe in den Backend-Suchbegriffen, die nach Weihnachten wieder getauscht werden.
Was ist der Unterschied zwischen Black Week und Cyber Week?
Die Black Week bezeichnet die Aktionswoche rund um den Black Friday. Die Cyber Week meint meist den Zeitraum von Black Friday bis Cyber Monday. Amazons Black Friday Woche umfasst in der Praxis beides.
Welche Kampagnentypen sind für die Black Week am wichtigsten?
Sponsored Products bleiben das Arbeitspferd. Sponsored Brands helfen beim Bündeln des Deal-Sortiments und beim Gewinnen von Neukunden. Sponsored Display und Amazon DSP holen Besucher zurück, die in der Black Week noch nicht gekauft haben.
Fazit und nächster Schritt
Die Black Week entscheidet sich nicht am Black Friday, sondern in den Wochen davor. Wer jetzt Kampagnen aufsetzt, Suchvolumen prüft und Rankings misst, geht mit Daten statt mit Hoffnung in die teuersten Tage des Jahres.
Ich unterstütze Marken dabei, ihre Amazon Ads auf die Black Week vorzubereiten: Kampagnenstruktur, Budgetplanung, Keyword-Setup und Monitoring. Bei Interesse: einfach melden.
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