Zwischen 1.200 und 5.500 Euro pro Monat — das ist die realistische Spanne für professionelle Amazon Ads Betreuung durch einen erfahrenen Freelancer. Was dahintersteckt, ist kein Zufall, sondern Struktur.

Dieser Artikel zeigt dir, wie sich Preise zusammensetzen, welche Modelle es gibt, und was du konkret für dein Geld bekommst.

Die kurze Antwort: Was ein Amazon Ads Freelancer kostet

Für eine realistische Orientierung — gegliedert nach Accountgröße und Leistungsumfang:

Wichtig: Diese Zahlen beziehen sich auf spezialisierte Amazon-Freelancer mit nachweisbarer Erfahrung — nicht auf Generalisten-Agenturen oder Plattform-Freelancer ohne Amazon-Fokus. Wer für 400–600 € im Monat „alles“ anbietet, verwaltet parallel 30 andere Accounts.

Was den Preis wirklich beeinflusst

Kontogröße und Komplexität. Ein Account mit 10 ASINs und 2.000 € Monatsbudget ist anderes als einer mit 200 Produkten, Sponsored Display und DSP. Mehr Kampagnen bedeuten mehr Optimierungsaufwand.

Scope der Leistung. Reine Kampagnenverwaltung ist günstiger als ein Gesamtpaket mit Listing-Optimierung, Reporting und strategischer Beratung. Wichtig: Kläre im Vorfeld genau, was im Preis enthalten ist.

Erfahrung und Spezialisierung. Jemand, der ausschließlich Amazon PPC macht und das seit Jahren, erzielt bessere Ergebnisse als ein Generalisten-Freelancer, der nebenbei auch Facebook Ads und Google schaltet.

Laufzeit und Bindung. Kurzfristige Projektaufträge sind teurer als langfristige Zusammenarbeiten. Wer ein 3-Monats-Engagement bucht, zahlt mehr pro Monat als bei einem Jahresvertrag.

Drei Preismodelle — und was sie bedeuten

Monatliche Pauschale

Das häufigste Modell. Du zahlst einen fixen Betrag für einen definierten Leistungsumfang. Vorteil: Planungssicherheit. Nachteil: Wenn der Freelancer sich nicht an den Scope hält, verlierst du schnell Qualität.

Stundensatz

Flexibel, aber schwer kalkulierbar. Geeignet für einmalige Projekte wie ein Kampagnen-Audit oder einen Account-Neuaufbau. Für laufende Betreuung weniger empfehlenswert — du hast keinen Anreiz für Effizienz auf der Gegenseite.

Performance-Fee

Ein Anteil am generierten Werbeumsatz oder eine Bonuskomponente bei Zielerreichung. Klingt attraktiv, hat aber einen Haken: Ein Amazon Ads Freelancer der rein auf Umsatz optimiert, vernachlässigt Profitabilität. ACoS und TACoS können explodieren, während der Umsatz steigt. Ohne eine solide Basispauschale ist dieses Modell mit Vorsicht zu genießen.

Was du konkret für dein Geld bekommst

Ein professioneller Freelancer liefert mehr als Klicks und Budgetverteilung. Was zur Standardleistung gehören sollte:

Kampagnenstruktur und -aufbau: Saubere Trennung nach Match Types, Zielen und Produktgruppen. Keine aufgeblähten Auto-Kampagnen ohne Strategie.

Regelmäßige Optimierung: Mindestens wöchentliche Bid-Anpassungen, Negativ-Keyword-Pflege, Erkennung von Streuverlust. Wer monatlich optimiert, verschenkt Budget.

Transparentes Reporting: Du bekommst nicht nur Zahlen — du verstehst, warum sich ACoS oder TACoS verändert haben. Zum Unterschied zwischen beiden Metriken und warum TACoS die wichtigere Steuerungsgröße ist, lies hier mehr.

Strategische Einordnung: Guter PPC hört nicht bei Kampagnen auf. Listing-Qualität, Preisgestaltung und Saisonalität gehören in die Beratung. Wer nur auf die Console schaut, sieht nur die halbe Wahrheit.

Red Flags beim Preisvergleich

Nicht jedes günstige Angebot ist ein schlechtes — aber folgende Punkte sollten dich skeptisch machen:

Keine klare Referenzliste. Wer gute Ergebnisse erzielt, kann das belegen. Keine Fallstudien, keine Zahlen, keine Antwort auf konkrete Fragen zum Account? Weitersuchen.

Garantierte Ergebnisse. „Wir garantieren 20 % ACoS-Senkung in 30 Tagen.“ Niemand kann das seriös garantieren. Amazon-Algorithmen, Wettbewerb und Saisonalität sind keine Konstanten.

Angebote unter 800 € / Monat für „Full-Service“. Zu dem Preis kann kein Profi deinen Account ernsthaft betreuen. Du bekommst entweder reine Automation ohne strategisches Urteil oder jemanden, der gleichzeitig 50 andere Accounts verwaltet.

Kein Onboarding-Prozess. Ein erfahrener Freelancer stellt zuerst Fragen: Zu deinen Zielen, deiner Marge, deiner Saisonalität, deinen Wettbewerbern. Wer sofort loslegt ohne Kontext, optimiert ins Blaue.

Was du vor dem ersten Gespräch wissen solltest

Bereite drei Dinge vor, bevor du Freelancer anfragst:

  1. Dein monatliches Werbebudget — und ob es fix oder flexibel ist.
  2. Dein Ziel-TACoS oder Ziel-ACoS — oder zumindest deine Produktmarge, damit man gemeinsam ein Ziel ableiten kann.
  3. Den Zeitraum — einmalig, kurzfristig oder langfristig? Das beeinflusst Modell und Preis direkt.

Was sich gerade im Amazon PPC verändert und welche neuen Features du kennen solltest, bevor du einen Briefing-Termin vereinbarst, erkläre ich hier.

Fazit

Der Preis eines Amazon Ads Freelancers ist kein verlässlicher Qualitätsindikator — weder nach oben noch nach unten. Was zählt: klarer Scope, nachweisbare Erfahrung und ein Gesprächspartner, der dein Business versteht, bevor er eine Kampagne anfasst.

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Moritz Lüthke
Moritz Lüthke
Marketplace & Growth Consultant — Addigtive

Seit 2016 auf Amazon unterwegs. 50+ Marken betreut, von Startups bis Konzerne. Schreibt hier über das, was in der Praxis wirklich funktioniert.