Ein schlechtes Listing ist der teuerste Fehler auf Amazon. Du kannst das beste Produkt haben und das größte Ads-Budget, wenn dein Listing nicht konvertiert, verbrennst du Geld. Hier sind die 20 Punkte, die ich bei jedem Audit prüfe.

Titel (5 Punkte)

1. Hauptkeyword vorne: Die wichtigsten 2 bis 3 Keywords stehen in den ersten 80 Zeichen. Mobile schneidet den Rest ab.

2. Lesbarkeit: Der Titel ist für Menschen geschrieben, nicht für Algorithmen. Kein Keyword-Stuffing.

3. Brand vorne (bei Brand Registry): Dein Markenname steht am Anfang, gefolgt vom Produktnamen und den wichtigsten Attributen.

4. Keine Sonderzeichen-Tricks: Keine Emojis, keine übermäßigen Großbuchstaben, keine irreführenden Claims.

5. Unter 200 Zeichen: Amazon empfiehlt 150 bis 200 Zeichen. Länger wird abgeschnitten und kann Suppression auslösen.

Bilder (5 Punkte)

6. Mindestens 7 Bilder: Nutze alle verfügbaren Slots. Jedes fehlende Bild ist eine verpasste Überzeugungschance.

7. Hauptbild hebt sich ab: Vergleiche dein Hauptbild mit den Top-10-Ergebnissen für dein Hauptkeyword. Sticht es heraus?

8. Infografiken vorhanden: Mindestens 2 bis 3 Bilder zeigen Features, Maße, Anwendung oder Vergleiche, nicht nur das Produkt.

9. Lifestyle-Bilder: Mindestens 1 bis 2 Bilder zeigen das Produkt im Einsatz. Menschen, Umgebung, Kontext.

10. Hochauflösend (über 1600px): Damit die Zoom-Funktion auf Desktop funktioniert. Unter 1000px wird nicht gezoomt.

Bullet Points (5 Punkte)

11. Benefit-First: Jeder Bullet Point startet mit dem Nutzen, nicht mit dem Feature. „Nie wieder kalter Kaffee“ statt „Doppelwandige Isolierung“.

12. Keywords eingebaut: Die wichtigsten Sekundär-Keywords sind natürlich in die Bullets integriert.

13. Scanbar: Fettung am Anfang, kurze Absätze. Kunden lesen nicht, sie scannen.

14. Einwände vorwegnehmen: Mindestens 1 bis 2 Bullets adressieren häufige Fragen oder Bedenken.

15. Alle 5 Bullets genutzt: Jeder leere Bullet Point ist verschenkter Platz.

Backend & A+ (5 Punkte)

16. Backend Keywords ausgefüllt: 250 Bytes, keine Wiederholungen, Schreibvarianten und Synonyme.

17. A+ Content vorhanden: Mindestens ein A+ Content Modul mit Vergleichstabelle oder Feature-Übersicht.

18. Brand Story aktiviert: Die Brand Story erscheint über dem A+ Content und bietet zusätzliche Fläche.

19. Subject Matter ausgefüllt: Die „Subject Matter“ Felder im Backend werden oft vergessen, sind aber indexiert.

20. Produkttyp korrekt: Der falsche Produkttyp kann dazu führen, dass dein Listing in der falschen Kategorie landet oder Attribute fehlen.

Wie diese 20 Punkte mit deinem Ranking zusammenhängen

Diese Checkliste ist keine reine Formsache, jeder Punkt zahlt auf einen der Ranking-Hebel ein, die ich in meinem Artikel zu Amazon SEO: Die 5 Hebel, die wirklich zählen beschreibe. Titel und Backend-Keywords wirken auf Keyword-Relevanz. Bilder und Bullet Points wirken auf Conversion Rate und CTR. A+ Content wirkt auf beides gleichzeitig.

Ein Listing, das bei dieser Checkliste schlecht abschneidet, frisst außerdem dein Werbebudget. Schlechte Conversion Rate bedeutet höheren ACoS für dieselben Klicks, ganz unabhängig von deiner Gebotsstrategie. Wie du ACoS und TACoS richtig einordnest, während du dein Listing verbesserst, erkläre ich hier.

So nutzt du diese Checkliste

Geh die 20 Punkte für deine Top-5-ASINs durch. Vergib pro Punkt 0 (fehlt), 1 (teilweise) oder 2 (top).

Score Einordnung
Unter 20 Punkte Dringender Handlungsbedarf
20–30 Punkte Deutliches Optimierungspotenzial
30–40 Punkte Solide Basis, Feinschliff möglich

Wenn du diese Checkliste vor einem Produktlaunch durchgehst, sparst du dir teure Nachbesserungen in den ersten Wochen. Wie Listing-Optimierung in die ersten 30 Tage eines Launches eingebettet gehört, zeige ich in meinem 90-Tage-Plan für Amazon Produktlaunches.

Fazit

Ein Listing-Audit ist keine einmalige Übung, sondern ein wiederkehrender Check, idealerweise alle drei bis sechs Monate oder immer dann, wenn sich Conversion Rate oder ACoS unerwartet verschlechtern.

Genau mit dieser Checkliste starte ich in jedes Marketplace Audit, das ich für Amazon-Marken durchführe.

Häufige Fragen zur Listing-Audit-Checkliste

Wie oft sollte ich mein Listing auditieren?

Alle drei bis sechs Monate im Regelbetrieb, zusätzlich immer dann, wenn Conversion Rate oder ACoS sich spürbar verschlechtern oder ein Wettbewerber sein Listing sichtbar überarbeitet hat.

Was ist der schnellste Hebel bei einem niedrigen Score?

Meistens das Hauptbild und die ersten drei Bullet Points, weil sie CTR und Conversion Rate am direktesten beeinflussen und sich ohne lange Freigabeprozesse austauschen lassen.

Brauche ich A+ Content wirklich?

Ja, wenn du Brand Registry hast. A+ Content erhöht nachweislich die Conversion Rate und ist mittlerweile ebenfalls für Amazons Indexierung relevant, nicht nur für die Optik.

Wie finde ich heraus, ob mein Hauptbild gut genug ist?

Vergleiche es direkt neben den Top-10-Ergebnissen für dein Hauptkeyword auf einem Handy-Bildschirm. Wenn es nicht sofort heraussticht, reicht es nicht.

Was ist ein guter Checklisten-Score?

Ab 30 von 40 Punkten hast du eine solide Basis. Alles darunter zeigt konkretes, priorisierbares Optimierungspotenzial, in der Reihenfolge Titel und Bilder zuerst.

Funktioniert die Checkliste auch für Vendor-Listings?

Ja, alle 20 Punkte gelten unverändert für Vendor Central. Einzige Ausnahme: A+ Content und Backend-Felder werden bei Vendoren teils leicht anders verwaltet, das Prinzip bleibt aber gleich.

Was mache ich zuerst, wenn ich unter 20 Punkte komme?

Titel und Hauptbild zuerst, das sind die zwei Punkte mit dem größten Hebel auf CTR. Erst danach Bullet Points und A+ Content, die auf die Conversion Rate wirken.

Brauchst du Hilfe mit deinem Amazon-Kanal?

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Moritz Lüthke
Moritz Lüthke
Marketplace & Growth Consultant — Addigtive

Seit 2016 auf Amazon unterwegs. 50+ Marken betreut, von Startups bis Konzerne. Schreibt hier über das, was in der Praxis wirklich funktioniert.